Der Schlangenschädel

Fünfter Tag

In einem schummrigen Tavernenraum sitzt Silas Wareh in großer Runde und erzählt…

“… also, zum Mitschreiben: Wir schlafen unter einer ausgehöhlten Krabbe, so hoch wie ein Haus, in dem ein Rabe, groß wie ein Mann, lebt, und unsere Wache ist ein untoter Affe, der vom Himmel fiel! Hja, du lachst; ich schwöre dir beim Gebein meines Vatersvaters, dass es so war!

Wir ziehen also am folgenden Morgen los, unser Ziel: Die Ruinen im Süden der Insel, wo sich wohl dieser Saukerl von Admiral oder was auch immer verkrochen haben soll.
Wir treten unsere Reise in glühender Hitze an, kommen aber bald in tiefsten Dschungel. Zunächst: Zirpen, Knurren, Knarzen, die eigenartigsten Geräusche überall, und gerade als ich den schicken Mantel, den mir unser Käpt’n als Dankesgabe für meine Hilfsbereitschaft und allgemeine Kompetenz vermacht hat, ablegen will, fängt es an zu schütten, als wollten die Götter uns ersäufen. … Ach was, natürlich habe ich nichts gesagt, was denkst du! Wenn die Moral meiner Gruppe an meinen Lippen hängt, werde ich den Teufel tun und mich beschweren!

Wir stapfen durch den Morast, kämpfen uns Schritt um Schritt vor, und kommen irgendwann durch eine Schlucht, die Wände steil und sandig und bestimmt zehn Männer hoch. Plötzlich knallt es, wie ein Peitschenknall, und mit einem Schrei fliegt auf einmal unsere Vorhut, Meister Li, kopfüber in die Höhe, und schwebt, an einem Fuß gefesselt, in der Luft. Es zischt leise, und ich sehe noch, wie ein handbreiter Pfeil in seiner Brust steckt – sofort wird er bewusstlos. Alle um mich herum kriegen es mit der Angst zu tun und schießen wie wild auf die Liane, an der er hängt, während er langsam aber stetig von unsichtbaren Händen nach oben gezogen wird.
Ich aber spüre, wie alles langsamer wird, und mein Geist wird klar. Ich sehe kleine Stellen an der Wand aufblitzen, und ohne weiter drüber nachzudenken, sprinte ich darauf zu, zücke meinen Dolch, springe die Wand hinauf, meine eine Hand zu einer der funkelnden Stellen, den Dolch in der anderen in die Erde gerammt, um mich daran hochzuziehen.

Immer wenn ich hochblicke, sehe ich Meister Li nur eine Armlänge von mir entfernt, und ich klettere so schnell ich kann, aber der Schlick und der Regen haben sich gegen mich verschworen. Hinter mir spüre ich einen wilden Feuerstrahl, den wohl Jinrar in seiner Verwirrung blind in ungefähr meine Richtung gezaubert haben muss, und ich sehe, dass ein Schuss des Käpt’ns die Liane fast zerfetzt, doch es reicht nicht – Lis Leben liegt jetzt in meinen Händen, ich klettere schneller, aber ein Stein bricht heraus, und ich bin noch fast eine Mannslänge von der Kante entfernt, als Meister Li darüber gezerrt wird – Steine fliegen über meinen Kopf hinweg, sie wollen mich aufhalten, aber das können sie nicht! Mit einem Wutschrei springe ich über die Kante, aber… … … niemand ist da.

Sie haben Meister Li verschleppt, wohin, kann ich nicht sehen. Glücklicherweise konnten mir meine Freunde bei der Suche helfen, und wir fanden Spuren in Richtung des Leuchtturms, von dem uns der Rabe erzählt hatte.

Wie sich herausstellen sollte, waren es wohl die Kannibalen, die sich ihn gekrallt hatten – ausgerechnet Meister Li, die treue Seele! Wir verfolgen sie, die ganze Nacht lang, an Fallen vorbei (mehr oder minder erfolgreich dank Ryuk ) bis zu ihrem Dorf. Dort schleiche ich herum, alles schläft, und es bleibt zunächst nur ein Ort zu überprüfen, ob sie dort Li versteckt haben: Unter einer Abdeckung am gegenüberliegenden Rand der Siedlung. Also gehe ich zurück zu meinen Begleitern und weise sie an, wo sie sich verstecken sollen, um mir Rückendeckung zu geben… Und gerade, als ich drunterschauen will, höre ich wie Ryuk stolpert und flucht – natürlich gerade so laut, dass wir kurz darauf jemanden aus einer der Hütten kommen hören…
Ich sehe nicht, was passiert, weil ich gerade einen Hinterhalt auf den Aufgewachten vorbereite, doch da höre ich schon den Schuss aus der Pistole des Käpt’ns…

He Wirt! Noch eine Runde Getränke!"

Logbuch der Rabenkrächzen, Captain John Ruddock. Tag 5 nach der Strandung auf der Schmugglerinsel
9. Stundenglas: Die Insel birgt ungeahnte Überraschungen. Nach Übernachtung bei Pezocks Riesenkrabbe koordinierten wir die Expedition und den Aufbau des Lagers. Moral der “Mannschaft” ist gedrückt. Die meißten sind Eigenbrödler und können wollen sich selbst den sinnvollsten Anweisungen nicht recht fügen. Ich will meine alte Mannschaft wieder. Lowther, du wirst eines Tages für das Büßen was du mir angetan hast und sie werden alle ihren Fehler erkennen! Ich glaube Tascha hat ein Auge auf mich geworfen. Es ist halt schwer dem Charme eines Captain John Ruddocks zu wiederstehen. Aber um ehrlich zu sein würd’ ich sie auch nicht von der Bettkannte st Nach Planung der Expedition machen Ich, Lee, Silas, Ryuk und Jinrar und auf Richtung Süden, zu den Ruinen. Vermuten dort den falschen Captain und seine Buhle.

19. Stundenglas: Die Holzköpfe haben Lee entführt! Es war eine verdammte Falle! Verdammtes Kannibalenpack. Erst meine Mannschaft und jetzt auch noch mein erster Maat. Das kann ich nicht zulassen! Haben Verfolgung aufgenommen. Werde nicht eher ruhen bis ich dem Anführer der Landratten ne Kugel zwischen die Augen verpasst habe. Lowther, nimm dich in Acht, wer meine Mannschaft ans Fell geht wird bestraft! Viele Fallen auf dem Weg. Anstrengende Reise. Müssen oft pausieren. Schicken Bubbles vor um Hinterhalte zu finden. Hat sich als wertvolles Mannschaftsmitglied herausgestellt! Haben den roten Teufel gesehen. Schreckliches Biest! Was Tasha wohl macht. Ob es ihr gut geht?

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Angrax

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