Der Schlangenschädel

Nkechis Prüfungen

Kurz:
- Prüfung mit Fund der Sturmvogelfeder für Nkechi abgeschlossen
- Traumreise für Gespräch mit Gozreh abgehalten, dabei aber Schlange mit düsterer Symbolik abgeschlachtet

Lang:
Nachdem die Prüfung des Wassers (Finden einer schwarzen Perle in einer mit Kelpies verseuchten Lagune) abgeschlossen wurde, schickte der Einsiedler Nkechi uns Richtung Norden, um ihm eine Feder eines Sturmvogels zu bringen.

Die Reise zu der Landzunge, an der wir das Nest des Tiers vermuteten, verlief zunächst wie erwartet (Belgar versucht uns alle umzubringen während Ryuk Steine in die Luft wirft um sicher zu stellen, dass die Schwerkraft noch funktioniert), doch wurden wir auf einem schmalen Weg am Rand einer steilen Klippe von einem schweren Sturm überrascht, der auch noch anhielt, als wir das Nest ausfindig gemacht hatten – am Ende der Landzunge, die so schmal war, dass wir es mit dem peitschenden Regen und starken Wind nicht für klug hielten, uns in diesem Wetter zu dem Nest zu begeben.
Nachdem Ryuk die Gruppe davon überzeugt hatte, dass er fliegen könne (denn man hatte weiß Gott schon seltsamere Sachen erlebt), nur um kurz darauf das wiederkehrende Motiv “Ryuk macht etwas Spektakuläres, stirbt fast und muss spektakulär gerettet werden” zu bedienen, was eine Zwei-Mann-Ballon-Rettungsaktion ins Leben rief, wurde es für klug gehalten, sich in diesem Wetter zu dem Nest zu begeben.

Ruddock fand prompt eine passende Feder für Nkechi sowie ein kaputtes Fernglas, das er auch geistesgegenwärtig an sich nahm. Vögel haben nämlich keine Hände, weshalb die Handlungen des Captains in klarer Übereinstimmung mit gesundem Menschenverstand lagen und ein anarchokapitalistisches Verständnis von Ressourcennutzung bewiesen.

Auf dem Weg zurück wurde die Truppe von dem bisher auffällig unauffälligen Sturmvogel überrascht und der Zwerg kurz angeröstet, während der Rest uneigennützig in den dichten Dschungel flüchtete. In heller Panik stolperte man zuletzt auf eine Lichtung mit einer ehernen Darstellung des Vogels und kurz darauf über eine handvoll Buschkrieger, die sehr erpicht darauf waren, die Ursache für des Vogels Hysterie zu suchen und sie in uns (zu Recht) gefunden glaubten.
Mit der weisen Voraussicht, dass Buschmänner sich selten in ihrer vollen Stärke zeigen, bewies Kimondo kulturelle Empathie und eine sanfte Silberfärbung der Zunge, indem er die Wilden davon überzeugte, dass man nichts mit der Aufgebrachtheit ihres heiligen Tiers zu tun hätte, allderweil Ruddock wie ein Kind herumzeterte, dass sie ihm sein Fernglas abnehmen und zurück ins Nest legen wollten (dessen Fehlen sie während des etwas hitzigen Gesprächs klugerweise ausgekundschaftet hatten). Die Wilden glaubten Kimondo, dass Nkechi die Gruppe zum Schrein des Sturmvogels auf Pilgerschaft geschickt hatte, was dazu führte, dass Ruddock sein für das Überleben auf Land unverzichtbares Fernglas wiederbekam, sechs (und vermutlich mehr) Leben von Buschleuten verschont wurden und Kimondos Begleiter ihm gegenüber ausgesprochen undankbar waren. Das macht ihm aber überhaupt nichts; er braucht keinen Dank, weil er halt ein cooler Dude ist.

Man kehrte zum Abend des Tages zu Nkechi zurück, der sich mit den gefundenen Gegenständen zurückzog, um seinen neuronalen Störungen zu frönen und sich Gespräche mit Perle und Feder einzubilden, nur um dann mitten in der Nacht die Gruppe zu wecken und zu erwarten, dass sie sich mittels Drogen vom Demeterbauernhof mit ihm wegballern wollten.
Und so flogen kurz darauf Papagei, Wolf, Adler, Tiger, Elefant und Krabbe über’s Meer und auf den Meeresgrund, wo die gar nicht sexuell anmutenden Inkantationen der Krabbe zwecks Zwiegespräch mit Gozreh just von einer gefiederten Schlange unterbrochen wurde, die unhöflicherweise direkt auf die flirtende Krabbe fiel. Wolf beißt, Törööh, Adler spuckt feuer, Papagei durchbricht Schallmauer, Schlange tot, völlig normale Handlungsabfolge ohne nennenswerte Absonderlichkeiten.

Wieder aufgewacht ist nur Nkechi nicht begeistert – die Schlange war ein schlechtes Omen. Es sei hierbei ignoriert, dass Gozreh den Abend nicht einmal den Anstand hatte, abzusagen, aber Trips verlaufen halt nicht immer wie gewollt. Die ehemals auf der Schmugglerinsel Gestrandeten dürften sich erinnern, dass sie von den Inschriften im Schlangentempel von einer Geschichte gehört hatten, dass der Schlangengott im Zweikampf enthauptet worden war – und offenbar hatte genau das auch Ruddock als Papagei irgendwie geschafft: Eine mehrere Meter große, gefiederte Schlange binnen Sekundenbruchteilen zu köpfen. Wobei das “wie” auch egal ist, weil das echt übelst geflasht hat.
Problem an der ganzen Chose ist, dass keiner versteht, was daran schlecht ist, und dass wir trotz allem noch immer nicht das haben, weshalb wir Nkechi aufgesucht haben: Einen einfachen Weg zu den Ruinen.

Abgesehen von dem total nützlichen Fernglas aus dem Nest und dem Fundort für Eier des wohl das coolsten potentiellen Begleittiers eines Falkners wurden keine neuen Gegenstände, kein Gold, keine Geheimnisse, keine Verschwörung, keine Feinde oder Verbündete, kein Schiff, Buch, Schlüssel, versteckte Tür, Falle, im Sterben liegender Fremder inklusive düsterem Geheimnis, kein gruseliges Geisterkind, keine Karte oder erdrückende Beweislast in Form eines halb verbrannten Briefs des Souveränen Generalgroßinspekteurs des Aspis-Konsortiums an seine Konkubine über den von ihr durchzuführenden Giftmord an des Bürgermeisters Cousine zweiten Grades gefunden.
Aber geil war’s.

Comments

makkaal

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